Der neue Mut

Peter Maffay am 24. Mai 2001 in der Dortmunder Westfalenhalle

(Westfälische Nachrichten, Kulturelles Leben, 26. Mai 2001)

Viele Jahre wurden Peter Maffay die Schlager seiner ersten Jahre vorgeworfen. Den Wandel zum Rockmusiker haben viele ignoriert. Maffay in der Defensive: „Manchmal haben wir Lieder nicht gespielt, obwohl wir es gerne getan hätten. Und auch heute können wir viele Sachen nur spielen, wenn wir uns dabei selbst ein wenig auf die Schippe nehmen.“ Heute – das ist 30 Jahre nach Beginn der Karriere. Heute – das war Mittwoch, als in Dortmund die neue Tournee begann.

Peter Maffay am 24. Mai 2001 in Dortmund - Foto: gapDem Lied ,Du’ habe ich sehr viel zu verdanken – im Guten wie im Bösen. Damit wurde ich lange an die Wand genagelt: Das isser. Inzwischen hatten wir genügend Gelegenheiten zu zeigen, was wir wirklich tun. Mit alten Schlagworten und Klischees sind wir nicht mehr so stark konfrontiert“, erklärte Peter Maffay vor dem Konzert den neuen Mut. Denn die Schlager vom Schlage „Und es was Sommer“, „Josie“ und „Weil es Dich gibt“ sind im Jubiläumsjahr nicht mehr nur schmückendes Beiwerk, sondern Programm.

Im Herbst überraschten Maffay und seine angestammte Band die Fans bei 30 Hallenkonzerten in den großen Hallen mit neuen Versionen der alten Hits. „Du“ als Rockkracher – das Experiment begeisterte das Publikum. Inzwischen gibt es die Neuauflagen als Album: „Heute vor 30 Jahren“ ist inzwischen 450.000 mal verkauft.

Trotzdem ist der Schwerpunkt bei dem Programm, mit dem Maffay und seine Mitstreiter nun auf Tour gehen, im Vergleich zu den Hallenkonzerten im Herbst kaum verändert. Ein paar mehr Titel aus dem aktuellen Jubiläumsalbum, dazu weniger Lieder aus dem Vorgänger „X“, die Klassiker „Eiszeit“, „Sonne in der Nacht“ und „Sieben Brücken“ als dramaturgische Höhepunkte – das ist der Garant für echte Begeisterung.

Die werden die Musiker in den kommenden sechs Wochen noch oft erleben. Nach der Premiere in der Westfalenhalle folgen 29 Open-Airs. Einige Stationen: Loreley (9./10. Juni), Flugplatz Damme (20. Juni), Halle/Westfalen (26./27. Juni) und zum ersten Mal Hallen in Amsterdam, Brüssel, Zürich, Bozen und Wien. Für alle Konzerte gibt es nur noch Restkarten.

Doch wer nicht mehr zum Zuge kommt, braucht sich nicht zu ärgern. Peter Maffay erzählte am Mittwoch schon von den nächsten 30 Jahren: „Ich denke, dass man mit der entsprechenden Einstellung sehr lange Musik machen kann.“ Na dann . . .