"Als Künstler etablieren"

Alexander spricht über seine Pläne

(aus Lenz,  August 2003)

Als Deutschlands “Superstar” tourt Alexander Klaws aus Sendenhorst durchs Land. Wie geht es ihm, und wie geht’s mit ihm weiter? Gunnar A. Pier traf Alex in Dortmund.

Alexander auf dem Fußballplatz: Hier singt er inzwischen häufiger, als dass er kickt. -  Foto: gapFrage: Du trittst meistens so etwa eine halbe Stunde lang auf. Variierst du die Titel, oder sind die Auftritte immer gleich?

Alex: Im Moment sind sie alle gleich. Was die Fans jetzt sehen, ist ein kleiner Vorgeschmack auf meine eigene Tour.

Frage: Das ist ein gutes Stichwort. Im Herbst geht’s los?

Alex: Ja genau. Wir überlegen gerade, wie’s genau laufen soll. Vielleicht machen wir eine Tour mit zwei Headlinern, so wie in England mit Gareth Gates und Will Young. Das wissen wir aber noch nicht so genau.

Frage: Der zweite Headliner wäre dann Juliette?

Alex: Das könnte sein, ja. Wir verstehen und total gut, sind wie Bruder und Schwester. Mit ihr würde ich das gerne machen.

Frage: Bereitest du dich schon darauf vor?

Alex: Ja, ich plane schon ganz viel, denn das soll wirklich eine hammermäßige Show werden. Ich möchte nicht einfach nur singen, sondern den Fans richtig viel bieten.

Frage: Was sind jetzt deine nächsten Pläne?

Alex: Ich arbeite zurzeit hammermäßig viel. Ich schreibe fleißig für mein Fan-Buch, das im Herbst erscheinen soll. Und ich bin mit Dieter im Studio, um die nächste Single zu produzieren. Der Song ist echt der Hammer, den muss man einfach geil finden.

Frage: Man tritt dir nicht auf die Füße, wenn man sagt: Du steht am Anfang deiner Karriere, oder?

Alex: Ich stehe komplett am Anfang meiner Karriere.

Frage: Wenn du jetzt zwei Jahre vorausblickst: Was möchtest du da gerne machen?

Alex: Zwei Jahre – das ist schon ein bisschen sehr weit vorausgeplant. Ich stehe zwar am Anfang meiner Karriere, aber ich hab’ schon sehr viel erlebt und sehr viele Erfahrungen gesammelt. Ich habe eine Tour hinter mir mit allen zusammen, bei der wir an zwei Tagen hintereinander Hallen gefüllt haben mit 15 000 Leuten. Ich habe in dieser kurzen Zeit so viel erlebt, wie manche in drei Jahren nicht erleben, das ist wirklich der Hammer. Und das sind Erfahrungen, die mir nat³rlich bei meiner zuk³nftigen Karriere helfen.

Frage: Was wünscht du dir denn für eine Karriere?

Alex: Ich wünsche mir natürlich erstmal, dass ich mich als Künstler etabliere. Ich bin auch mit meinem Musikstil erst am Anfang. Jeder sucht und findet irgendwann seinen Musikstil und seine feste Fan-Base. Ich hoffe, dass die Leute mich irgendwann als Künstler sehen, dass sie Respekt vor dem haben, wofür ich mir von morgens bis abends den Allerwertesten aufreiße – egal, ob sie die Musik mögen oder nicht. Viele sagen: Ach komm, das kann doch jeder. Aber so ist das nicht, das kann nicht jeder.

Frage: Im Herbst kommt die nächste DSDS-Staffel. Mit welchen Gefühlen erwartest du den Start?

Alex: Ich sehe das auf keinen Fall als Konkurrenz, sondern als supergeile Chance für jemand Neues, auch Karriere zu machen. Ich vergleiche es immer mit den No Angels und mit Brosis. Brosis ist ein komplett anderer Typ von Band. Und jetzt wird auch kein zweiter Alexander gesucht, kein zweiter Daniel und keine zweite Juliette. Ich denke, jetzt wird etwas komplett anderes gesucht, vielleicht ein Rocker, der einen anderen Musikstil vertritt. Man braucht keinen zweiten Alexander, den gibt’s ja schon.

Netter Star: Alex gibt Autogramm. - Foto: gapFrage: Beteiligst du dich an der neuen Reihe?

Alex: Ich werde eine Casting-Show moderieren, ich werde mit Sicherheit auch einen Auftritt haben in der Motto-Show. Ich freue mich tierisch auf die Staffel.

Frage: Wenn du nach Hause kommst: Bist du da Alex aus Sendenhorst oder Alex der Superstar?

Alex: Durch die Show habe ich den Namen “Alex der Superstar” auf der Stirn stehen. Aber wenn ich nach Sendenhorst komme, verhalte ich mich wie der Alex, der ich vor DSDS war.

Frage: Aber wie reagieren die Leute?

Alex: In Sendenhorst wird es langsam ruhiger, aber die Leute drehen sich immer noch um, egal wo ich bin, und holen sich Autogramme. Ich denke, das ist auch normal. Wenn sie jemanden sehen, den sie nur aus dem Fernsehen kennen, und plötzlich steht er von ihnen – da würde ich auch erstmal gucken. Wichtig ist, dass meine Familie und meine Freunde so bleiben. Die sind wichtig für mich.

Frage: Jetzt sind Sommerferien. Wie hast du deinen letzten Schultag erlebt?

Alex: An meinem allerletzten Schultag habe ich schon gar nicht mehr an Schule gedacht. Das war kurz vor der Zehnershow, wo ich meinen Auftritt mit “Angels” gehabt habe. Da habe ich nur gedacht: Vielleicht kommst du nie wieder, vielleicht sitzt du nächste Woche wieder hier, weil du rausgeflogen bist. Ich war supernervös. Ich habe in meiner Schulbank gesessen und einfach nur gewartet, dass es schellt und ich zum Zug nach Köln gehen kann. Ich hatte schon diesen Tunnelblick.

Frage: Wussten deine Mitschüler davon?

Alex: Natürlich, ich musste ja auch während der Schulzeit viele Tage aussetzen, weil ich bei Castings war und beim Recall in Düsseldorf. Da hatte ich Glück, nicht jeder hat einen Klassenlehrer und einen Schulleiter der sagt: geh ruhig. Vielen haben die Lehrer gesagt: wenn du jetzt gehst, brauchst du nicht wiederzukommen. Ich hatte zum Glück einen coolen Schulleiter, der gesagt hat: okay, wir unterstützen dich da. Ich war auch kein guter Schüler, ich habe immer eher Spaß gehabt und irgendwelchen Murks mit den anderen gemacht.

Frage: In welchen Fächern warst du denn gut?

Alex: Englisch und Deutsch, ich bin der Sprachentyp. Mit Mathe brauchst du mir gar nicht um die Ecke zu kommen. Wenn ich gewollt hätte, hätte ich das auch besser hinkriegen können. Aber Mathe liegt mir nicht. Englisch habe ich schon deshalb gerne gemacht, weil ich immer Songs in Englisch geschrieben habe, dafür brauchte ich das.

Frage: Welchen Beruf hättest du dir noch vorstellen können?

Alex: Ich wäre gerne ins Management gegangen, vielleicht hätte ich meine eigene Musikschule eröffnet. Ich kenne ein paar Typen, die eigene Musikschulen leiten. Da hätte ich mir Tipps geholt und versucht, mein Talent an andere weiterzugeben.