Es war ein großer Spaß

Bryan Adams über sein
neues Album
"Room Service"

17. September 2004, Lenz: "Room Service" heißt das neue Album, mit dem Bryan Adams sich am Montag nach sechs Jahre im Plattenladen zurück meldet. "Zimmer-Service"? Bryan hat es komplett während seiner Tourneen aufgenommen. Gunnar A. Pier traf Bryan Adams in Köln.

Frage: Du hast das Album in Hotels aufgenommen, das ist ungewöhnlich. Wie ist es dazu gekommen?
Bryan: Ich denke, der Hauptgrund ist, dass ich so viel auf Tour bin. Du stehst zwei Stunden auf der Bühne, und den Rest des Tages sitzen wir rum. Wenn du um 11 Uhr in Köln ankommst, hast du bis acht Uhr abends Zeit, irgendwas zu tun. Okay, du kannst den Dom anschauen. Aber das habe ich schon drei Mal gemacht. Das Aufnehmen ist auch sehr einfach dank der digitalen Technik. In zwei Koffern hast Du ein komplettes Studio. Also war es technisch einfach, und tatsächlich war es ein großer Spaß.

Frage: Glaubst du, dass es heute schwieriger ist als früher, mit Musik erfolgreich zu sein?
Bryan: Ich sag‘ dir was: Als ich angefangen habe, war es auch nicht leicht. Es war sehr schwierig. Ich würde heute jedem Musiker den selben Rat geben wie damals: Konzentriere dich auf Konzerte, werde kein Studiomusiker. Verlass dich nicht auf Technik, verlass dich auf deine Kommunikation, zeige dein Talent live. So findest du raus, ob du ein echter Künstler bist. Du merkst, ob du was zu sagen hast, du lernst deine Stimme und deine Fähigkeiten kennen.

Frage: Bist du selbst noch gerne auf Tour?
Bryan: Naja, ich bin gerne auf Tour, aber nicht immer. Den halben Monat vielleicht, oder einen drittel Monat – und das auch nicht jeden Monat. Es ist schön, eine Pause einzulegen. Ich werde oft gefragt, ob es mir nicht langweilig wird, immer wieder die alten Songs zu spielen. Die Antwort ist nein, denn wenn du es nicht ununterbrochen tust, ist es spannend, wieder damit anzufangen. Manchmal schaue ich auf meine Setlist und denke: Ah, der Song kommt jetzt, das ist klasse!

Frage: Wünscht du dir manchmal, wieder in kleineren Hallen zu spielen?
Bryan: Als ich angefangen habe, habe ich jahrelang in kleinen Clubs gespielt. Ich bin nicht immer in der Olympiahalle aufgetreten. Ich habe in jeder Scheiß-Halle zwischen Vancouver und Moskau gespielt, okay? Ich weiß nicht, ob ich dahin zurück möchte. Ab und an – das könnte schön sein. Es ist ja so: Manche Künstler sind in kleinen Clubs sehr gut, die brauchen die Nähe. Ich möchte aber eine große Party, ich finde es klasse, wenn viele da sind.

Frage: Denkst du manchmal darüber nach, ganz andere Musik zu machen? Bryan: Meinst du, ich könnte ein Techno-Künstler werden? Nein. Ich denke, dass ich ganz gut bin in dem, was ich tue. Ich werde nichts anderes probieren, ich bin sehr glücklich damit.

Frage: In England gibt es eine Briefmarke mit einem Foto der Queen, das du gemacht hast. Wie ist es denn dazu gekommen?
Bryan: Ich habe schon einige Bildbände für gute Zwecke gemacht. Irgendwann suchte eine Agentur nach einem Kanadier, der ein Foto von der Queen macht. Die riefen mich an und fragten: Hast du Mittwoch schon was vor? Kannst du herkommen und ein Foto von Ihrer Majestät machen? Ich sagte: Okay, ich glaube, ich habe noch einen Film.